Gamburg

Bevölkerung (31.12.2013): 666
Größe: 1.002 ha
Ortsvorsteher: Roland Johannes, Tel. 09348 / 225
Website: www.gamburg.de

Der Ort Gamburg (Gaminburch, Gamenburg usw.) ist bereits früh erwähnt. Die erste Nennung in Verbindung mit einem Herrengeschlecht fällt in die Zeit des Würzburger Bischofs Erlung (1105 - 1121). Im Jahr 1139 treten Beringer von Gamburg und sein Bruder Trageboto als Unterzeichner einer Würzburger Bischofsurkunde auf. Der womöglich selbe Beringer gehörte zu den Wohltätern des Klosters Bronnbach und wurde 1157 von Mainz mit dem castrum Gamburc belehnt. Mit dem Aussterben dieses Geschlechts fiel das Lehen an Mainz zurück. In den Stürmen des Bauernkrieges, nur durch das Einschreiten Götz von Berlichingens behütet, kam die Burg mit dem Ort 1546 als freiadliges Gut durch Tausch in den Besitz des Kurmainzischen Rats und Hofmeisters Eberhard Rüdt von Collenberg. Die Burg erlebte dann einen siebenmaligen Besitzerwechsel: 1568 gelangte sie an Dietrich von Hattstein, 1570 an Eberhard Brendel von Homburg, 1590 an Hartmut von Kronberg, 1606 an die Herren (später Freiherren) von Dalberg, 1722 an die Freiherren (später Reichsgrafen) von Ingelheim, 1936 an Graf Emanuel von Westerholt-Gysenberg und 1980 an die Familie von Mallinckrodt.
Neben der Burg, dem Oberen Schloss, gibt es ein Unteres Schloss, ein ehemaliger alter Freihof, der 1688 an das Juliusspital Würzburg verkauft wurde. 1877 erwarb Geheimrat Dr. Gerhard aus Berlin das Untere Schloss. Die besonderen Verhältnisse in Gamburg brachten es mit sich, dass der Wechsel unter andere Herrschaften etwas anders vor sich ging als in den meisten anderen Gemeinden. 1806 kam der Ort unter die Hoheit Würzburgs und erst ein Jahr danach durch den zwischen Würzburg und Baden abgeschlossenen Staatsvertrag unter die Souveränität des Großherzogs von Baden.
Aus Gamburg stammt der 1937 verstorbene bekannte Bildhauer Prof. Thomas Buscher, von dem einige schöne Werke in der katholischen Kirche zu sehen sind. Von besonders großem Wert ist der Muttergottesaltar mit einer spätgotischen Madonnen-Statue von Tilman Riemenschneider. Außerdem gibt es mehrere schöne, alte Bildstöcke in und bei der Gemeinde. Modernere Kunst präsentiert der Hakenmannbrunnen in der Dorfmitte, von Prof. Clemens Buscher aus Gamburg 1908 entworfen.
Im übrigen sind in Gamburg alte Bräuche und Sagen noch sehr lebendig. Letztere ranken sich um die alte Eulschirbenmühle, wo der Sage nach ein Graf einer Nixe begegnete und zu ihr in Liebe entflammte, diese Liebe aber für beide tragisch endete. Zum alten Brauchtum gehört auch das Verbrennen von Strohpuppen an Lätare, damit die Pest nicht mehr in Gamburg einzieht, wie das im 17. Jahrhundert geschehen ist.

Impressionen aus Gamburg