Wie werden wir in Zukunft klimafreundlich und bezahlbar heizen? Diese Frage wird in der Kommunalen Wärmeplanung analysiert, die die Gemeinden Tauberbischofsheim, Külsheim und Werbach im Konvoi Taubertal zusammen erstellen. Alle Kommunen Deutschlands müssen gemäß Wärmeplanungsgesetz des Bundes eine kommunale Wärmeplanung durchführen. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 80 Prozent.
Werbach: 17. März um 17.30 Uhr im UG der Tauberhalle Werbach
Das beauftragte Planungsbüro stellt den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung für die jeweilige Kommune vor. Im Anschluss können Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen und mit der Gemeinde ins Gespräch kommen.
Die Planung läuft in mehreren Schritten:
1. Bestandsaufnahme:
Zunächst wurde untersucht, wie heute geheizt wird. Erfasst wurden unter anderem der Wärmebedarf, die eingesetzten Energieträger und die Gebäudestruktur. Alle Daten wurden in einem digitalen Modell zusammengeführt. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wo wie viel Energie benötigt wird.
2. Potenzialanalyse:
Im nächsten Schritt wurde geprüft, wo Energie eingespart werden kann und welche erneuerbaren Quellen genutzt werden könnten – zum Beispiel Umweltwärme, Solarenergie oder Abwärme aus Betrieben.
Das Ergebnis: Durch energetische Sanierungen lässt sich viel Energie sparen. Gleichzeitig könnten erneuerbare Energien rechnerisch den gesamten Wärmebedarf decken.
3. Blick in die Zukunft:
Darauf aufbauend wurden zwei mögliche Zukunftsszenarien entwickelt.
In dichter bebauten Gebieten könnten moderne Wärmenetze sinnvoll sein. In anderen Bereichen werden voraussichtlich eher individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen eine Rolle spielen.
4. Konkrete Schritte:
Zum Abschluss wird eine Umsetzungsstrategie erarbeitet. Sie enthält konkrete Maßnahmen und dient der Gemeinde als Leitfaden für weitere Planungen und Investitionen.
Die Wärmeplanung legt also noch nichts verbindlich fest, sondern zeigt Wege und Möglichkeiten auf.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und mitzureden.
Tauberbischofsheim, Külsheim und Werbach erstellen gemeinsam eine interkommunale Wärmeplanung. Die Grundlage hierfür bilden das Wärmeplanungsgesetz (WPG) und das Klimagesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW), welche die Wärmeplanung und Zielsetzung für Kommunen verbindlich vorsieht.
Nach dem Wärmeplanungsgesetz müssen
Ziel ist eine Strategie zur Verwirklichung einer dekarbonisierten und damit sicheren, bezahlbaren und sauberen Gebäudewärmeversorgung für die Gemeinde Werbach bis zum Jahr 2040.
Der Gebäudesektor ist einer der größten Energieverbraucher und CO₂-Emittenten. Ein erheblicher Teil der Treibhausgasemissionen entsteht durch das Heizen von Wohn- und Nichtwohngebäuden mit fossilen Energieträgern wie Öl und Gas.
Ohne eine grundlegende Umstellung der Wärmeversorgung lassen sich die Klimaziele von Bund und Land Baden-Württemberg nicht erreichen. Gleichzeitig sind Heizungsanlagen langfristige Investitionen mit technischen Lebensdauern bis zu 30 Jahren. Investitionsentscheidungen, die heute getroffen werden, wirken sich daher im Gebäudebestand über Jahrzehnte aus.
Die kommunale Wärmeplanung setzt genau hier an: Sie schafft frühzeitig eine strukturierte Entscheidungsgrundlage für den langfristigen und effizienten Umbau der Wärmeversorgung.
Die Wärmeplanung beantwortet insbesondere folgende Leitfragen:
Die kommunale Wärmeplanung arbeitet bewusst auf einer strategischen Flughöhe. Sie schafft damit die Rahmenbedingungen und Orientierung, trifft jedoch keine Einzelfallentscheidungen auf Gebäudeebene.
Das bedeutet:
Vielmehr dient sie als langfristige Planungsgrundlage für Kommunen, Energieversorger, Eigentümer und weitere Akteure.
Die Wärmeplanung erfolgt in einem Prozess in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten:
Zunächst wird im Rahmen einer Bestandsanalyse untersucht, wie die Wärmeversorgung heute aussieht. Dazu zählen unter anderem der Wärmebedarf, die vorhandenen Heizsysteme, die Gebäudestrukturen sowie die bestehende Energieinfrastruktur.
Darauf folgt eine Potenzialanalyse, in der geprüft wird, welche Möglichkeiten für eine klimafreundliche Wärmeversorgung grundsätzlich vorhanden sind. Betrachtet werden dabei unter anderem erneuerbare Energien, Umwelt- und Abwärmepotenziale sowie die energetische Nutzung von Reststoffen.
Im nächsten Schritt werden Zielszenarien entwickelt. Diese zeigen mögliche Entwicklungspfade für die Wärmeversorgung von heute bis 2040 auf und berücksichtigen technologische wie sozioökonomische Entwicklungen.
Auf Basis eines mit der Stadt Külsheim abgestimmten Zielszenarios werden abschließend Handlungsstrategien und konkrete Maßnahmen erarbeitet. Diese richten sich an die Kommunen und dienen als Grundlage für weitere Planungen, Investitionen und darauf aufbauende Untersuchungen. Eine beispielhafte Maßnahme könnte die nähere Untersuchung von Wärmenetzeignungsgebieten durch BEW-Machbarkeitsstudien sein. Diese werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.
Auch wenn die Wärmeplanung keine direkten Pflichten begründet, bietet sie einen wichtigen Mehrwert. Sie sorgt für Transparenz, ermöglicht die langfristige Planung und hilft dabei, Investitionen und Maßnahmen in der Stadtentwicklung mit dem Ziel einer sicheren, bezahlbaren und sauberen Wärmeversorgung bestmöglich auszuwählen.
Die kommunale Wärmeplanung liefert eine strategische, übergeordnete Betrachtung der Wärmeversorgung auf der Ebene von Stadtgebieten. Sie zeigt auf, welche Formen der Wärmeversorgung in bestimmten Bereichen grundsätzlich effizient und zukunftsfähig sein können.
Die Wärmeplanung trifft jedoch keine gebäudescharfen Festlegungen. Das bedeutet:
Es wird nicht festgelegt, welches konkrete Heizsystem in einem einzelnen Gebäude eingebaut werden muss oder darf. Auch individuelle Sanierungsentscheidungen, konkrete Zeitpunkte für einen Heizungstausch oder technische Detailplanungen sind nicht Bestandteil der Wärmeplanung.
Die Ergebnisse dienen vielmehr als Orientierungshilfe und Grundlage für weiterführende Planungen und individuelle Entscheidungen, ersetzen jedoch keine persönliche Energieberatung. Bestehende Heizungsanlagen können weiterhin betrieben werden. Die Wärmeplanung schafft vielmehr eine langfristige Entscheidungsgrundlage für die kommenden Jahre bis 2040.
Der Schutz personenbezogener Daten hat für die Gemeinde Werbach auch bei der interkommunalen Wärmeplanung höchsten Stellenwert. Die Verarbeitung der Daten erfolgt selbstverständlich unter Beachtung der geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben. Insbesondere gilt hierbei:
Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt ausschließlich auf aggregierter Ebene - das heißt es werden mehrere Gebäude zu Gebäudeblöcken zusammengefasst und gemittelt ausgegeben, wo immer es sich um datenschutzrelevante Informationen (z. B. Wärmeverbräuche) handelt.
Datenschutzrelevante Informationen werden, wo notwendig, verschleiert ausgegeben. Das heißt, es werden keine objektescharfen Werte, sondern Intervalle angegeben.
Es werden somit keine personenbezogenen Daten einzelner Haushalte oder Eigentümer veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Auch die Verarbeitung der Daten erfolgt unter Beachtung der geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben.
Im Januar - Februar 2026 werden die Zielszenarien und Eignungsgebietseinteilungen für Werbach vorgenommen.
Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit wird im März 2026 in Werbach eine Bürgerinformationsveranstaltung durchgeführt. Hierbei werden die Zwischenergebnisse vorgestellt und Fragen der Bürger beantwortet. Im Nachgang haben die Bürger auch die Möglichkeit schriftliche Stellungnahmen zur Planung einzureichen.
Nach Abschluss der interkommunalen Wärmeplanung werden die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Baustein, um die Wärmeversorgung in unserer Stadt bezahlbar, sicher und sauber weiterzuentwickeln. Wir informieren Sie an dieser Stelle weiterhin transparent und klar über den weiteren Transformationsprozess hin zur Klimaneutralität.