Burg und Burgpark Gamburg

Die malerisch über der Tauber thronende Burg war im 12. Jh. Lehen der mächtigen Edelfreien von Gamburg. In ihrem ursprünglich romanischen und kulturhistorisch einzigartigen Saalbau befinden sich u.a. die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen (vor 1219). Sie wurden 1986 von Hans-Georg v. Mallinckrodt jun. entdeckt. Die fast 4 m hohen, künstlerisch innovativen Malereien des "Gamburger Meisters" zeigen Szenen des Kreuzzugs Kaiser Barbarossas und eine der frühesten deutschsprachigen Inschriften. Sie schließen direkt an die vorher ebenfalls unbekannten, besonders weiten romanischen Doppelarkaden an, die prächtig u. a. mit einem frühen Baumeisterbildnis verziert sind. Der Palas-Saal verfügte ursprünglich sogar über eine Fußbodenheizung und ist der einzige, dessen Original-Ausmalungen überhaupt noch erhalten geblieben sind. Die Burg ist daher heute Nationaldenkmal.

Im Gegensatz zu vielen anderen Burgen wurde die Gamburg zwar, wie z. B. in der Renaissance, einige Male umgebaut, doch nie zerstört und war allzeit bewohnt. Seit 1546 befindet sie sich in privater Hand. Im Hinteren Bau wurde 1921 die heutige Kapelle geweiht. Hier befindet sich von Clemens Buscher aus dem Jahre 1895 eine identische Gipsversion eines Bronzereliefs, das Teil seines inzwischen eingeschmolzenen Kaiserdenkmals in Frankfurt a. M. war. Der von einem Kirchenbaumeister errichtete Bergfried, der älteste Teil der Burg, wurde noch im 2. Weltkrieg benutzt. Seit den 80er Jahren wurden an der Gamburg durch die Familie von Mallinckrodt verschiedene Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt.

So wurde der statuengeschmückte Burgpark direkt zu Füßen der Burgmauern und schroffen Felsen nach alten Vorlagen im Stil des Barocks mit botanischen Raritäten der Zeit wiederbelebt. Ursprünglich im 17. Jh. von den Freiherren von Dalberg angelegt, stellt er als Barockpark unter den besonderen Bedingungen einer Burganlage ein außergewöhnliches Kulturdenkmal dar. Der idyllische Burghof ist in der Saison mit Palmen und anderen exotischen Pflanzen versehen, die ihm ein mediterranes Flair verleihen.

Neben den bisherigen Besichtigungsmöglichkeiten auf Anfrage werden Führungen seit 2009 auch zu regulären Öffnungszeiten angeboten, nämlich an jedem Donnerstag, Wochenende und Feiertag der Saison. Daneben werden auch Greifvogelvorführungen, Sagen- und Geisterführungen, Malkurse, Konzerte, etc. gegeben. Regelmäßig veranstalten die Gamburger auf der Burg zudem die "Gamburger Burgweihnacht".

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